Projekte 2018

Projekte 2018


Alle interessierten Kinder und Jugendliche sollten Zugang zu kreativem ­Musizieren im Allgemeinen und zum Angebot der Jazzhausschule im Besonderen haben – so unser Anspruch.
Während die Angebote des Kursbereichs von den Teilnehmern über die Kursbeiträge weitgehend selbst ­finanziert werden, stellt sich die Jazzhausschule im Projektbereich der gesellschaftlichen Verantwortung, kulturelle Bildung insbesondere auch Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen und bildungsfernen Elternhäusern zugänglich zu machen und damit für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen.

Partner & Förderer


Die Jazzhausschule kooperiert mit Jugendeinrichtungen, Schulen, Ganztagsträgern, Kirchengemeinden, kulturpädagogischen Trägern, Universitäten und Hochschulen, Kultureinrichtungen, der Stadt Köln, dem Land NRW und weiteren Partnern. Finanziell unterstützt werden die Projekte zudem durch Stiftungen, Förderinstitutionen, Spenden und Sponsoren. Wir freuen uns stets über neue Partner und Förderer! Bitte wenden Sie sich an unsere Mitarbeiter über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  

Inhalte, Angebotsformen, Ziele

Die Auseinandersetzung mit aktuellen künstlerischen Ausdrucksformen und aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen charakterisiert die Arbeit der Jazzhausschule. Die Projektarbeit orientiert sich am Interesse sowie an der Lebenswelt der Teilnehmer und ist multimedial. Neben Musik sind dies vor allem die Medien Tanz, Theater und Neue Medien.
Die Projekte der Jazzhausschule sind sowohl künstlerischen, musik- und kulturpädagogischen Zielen als auch Zielen der Jugendhilfe verpflichtet.
In kreativen, selbstgesteuerten, künstlerischen Gestaltungsprozessen entwickeln die Teilnehmer ihre Gesamtpersönlichkeit, ihr Wahrnehmungs- und Ausdrucksvermögen, ihr Selbstbewusstsein, ihr ästhetisches Urteilsvermögen, ihre Kommunikations- und ­Kritikfähigkeit sowie ihre medialen und sozialen Fähigkeiten.
Dabei erarbeiten die Dozenten eigene Ansätze inklusiver Didaktik, um jedem einzelnen Kind und Jugendlichen mit seinen Möglichkeiten und Wünschen weitgehend gerecht zu werden.
Stellvertretend für die konzeptionellen Ansätze, die zahlreiche Kooperationen und Projekte der Jazzhausschule stehen die Beispiele aus nachfolgenden Bereichen.
Ausführliche Informationen zu den Projekten der Jazzhausschule finden Sie auf: www.jazzhausschule.de

Bildungsgerechtigkeit

Unsere Projekte richten sich insbesondere an Kinder und Jugendliche, die kaum Chancen haben, an kultureller Bildung teilzuhaben und sich kreative Ausdrucksmöglichkeiten anzueignen. Wir sehen kulturelle Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche nicht nur als wesentlichen Faktor der Persönlichkeitsentwicklung und der Ausbildung von Sozialkompetenz in Bezug auf berufsqualifizierende Zielsetzungen. Vielmehr haben diese Jugendlichen ein Recht auf volle Teilhabe an Kultur und Gesellschaft, die aus weit mehr als nur dem Funktionieren in Schule oder Job besteht. Die von der Offenen Jazz Haus Schule langjährig entwickelte Methodik, instrumentales Lernen von Anfang an in musikalische und kreative Kontexte zu stellen, ermöglicht es, mit Menschen ohne Vorkenntnissen von der ersten Stunde an gemeinsam zu musizieren, zu  improvisieren und zu komponieren und dabei auch instrumentale Fertigkeiten auszubilden. Jugendlichen wird somit von Beginn an ermöglicht, ihre eigenen Ideen musikalisch auszudrücken oder sich an musikalischen Vorbildern zu orientieren.

Willkommen in Köln: Projekte mit Flüchtlingen

Seit 2015 setzt die Jazzhausschule in verschiedenen Kölner Stadtteilen ­Projekte mit und für Kinder um, die in Flüchtlingswohnheimen oder Notunterkünften wohnen. Dabei geht es neben der Möglichkeit, sich künstlerisch zu betätigen, immer auch um die Begegnung mit anderen Kindern und Jugendlichen der gleichen Altersgruppe, v.a. auch außerhalb der eigenen Unterkunft. Nachfolgend zwei Beispiele:

Klangspuren

In einem durch die LAG Musik / LKJ NRW geförderten fünftägigen Ferienangebot fuhren 2017 Kinder und Jugendliche eine Woche täglich nach Mengenich in den Proberaum und die Werkstatt unseres Dozenten Andreas Molino, wo sie Percussioninstrumente aus Holz, Metall und Schrott bauten und mit diesen und
weiteren Instrumenten täglich Musik machten. Sport- und Spiel-Angebote sowie gemeinsame Mahlzeiten rundeten das Tagesprogramm ab. Die Kinder und Jugendlichen erlebten so – ähnlich einer Stadtranderholung – eine Woche aktiver Ferien in einem gänzlich neuen Umfeld.

Offene Musikangebote für Seiteneinsteiger-Klassen

Gefördert durch den Landesmusikrat NRW führt die Jazzhausschule im Schuljahr 2017/18 Musikangebote in Seiteneinsteigerklassen an der KGS Horststraße sowie der Nelson-Mandela-Hauptschule in Köln Mülheim durch. Dabei wird in offenen Projektformaten zwanglos und flexibel auf die Kinder und Jugendlichen
eingegangen, gelingt es Sprachbarrieren zu überwinden und werden neue Zugänge zu musikalischen Ausdrucksformen gemeinsam entdeckt. Ergänzend dazu besuchen zwei bis drei Musiker oder eine Abordnung des Buchheimer Stadtteilorchester (s.u.) die Not-Unterkünfte und Wohnheime, in denen viele Geflüchtete untergebracht sind und initiieren vor Ort spontane Sessions, in die die Bewohner eingebunden werden.

Kulturelle Schulentwicklung

Schule befindet sich seit der Einführung des offenen und gebundenen Ganztages, der Einführung und des Scheiterns der Gemeinschaftsschule und G8 in einer rasanten Entwicklung.
Um die kulturelle Zukunftsfähigkeit, Kreativität und Teilhabe, Fantasie und die lebendige Auseinandersetzung mit kulturellen Inhalten und Traditionen in der ganzen Breite der Gesellschaft zu fördern, wurden zahlreiche öffentliche Programme wie »Jedem Kind ein Instrumente, Tanzen, Singen«, und »Kultur und Schule« ins Leben gerufen.
Die Jazzhausschule stellt sich diesen Veränderungen und entwickelt in Kooperation mit verschiedenen Schulen passgenaue kulturelle Angebote und arbeitet gemeinsam mit ihren Partnerschulen daran, kulturelle Bildung nicht nur als gelegentliches Zusatzangebot einzurichten, sondern sie in langfristigen Kooperationen fest in der allgemeinbildenden Schule zu verankern.

KlangKörper an der Schule Kunterbunt

An der Schule Kunterbunt in Köln-Bocklemünd ist in Kooperation mit Tanzvermittlung NRW (und dem neuen Ganz- tagsträger Kolping Bildungswerk e.V.) in den letzten Jahren ein elaboriertes Musik- und Tanzprofil entstanden. Es integriert Angebote im Vormittag, die über JeKits und Kultur und Schule finanziert werden, ein JeKits Ensemble Offene AGs, produktionsorientierte Projekte, Aktionen und Exkursionen zu einem vielschichtigen Profil, das alle Kinder und Lehrer der Schule einbezieht. KlangKörper eröffnet hier nachhaltig spielerische Zugänge zu Musik und Tanz und neue Räume für Ausdruck und Bewegung, Lauschen und Kreativität, Körperlichkeit und Interaktion.

JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen

… ist ein kulturelles Bildungsprogramm an Grundschulen in Nordrhein-Westfalen. Die Jazzhausschule ist außerschulischer JeKits-Kooperationspartner an zehn Kölner Grundschulen. Im laufenden Schuljahr ermöglicht die Jazzhausschule fast 1000 JeKits-Kindern, Musik und Tanz aktiv, kreativ und selbstbestimmt als künstlerisches Ausdrucksmittel zu erleben. Die Qualität der JeKits-Angebote wird an der Jazzhausschule durch eine differenzierte Rahmung mit Elementen wie interne Weiterbildung, Hospitation, Organisations- und Planungsgespräche, pädagogische Unterstützung der pädagogischen Arbeit in den Ensembles, offene Stunden, Instrumenten-Karussells, Präsentationen in Schule und Stadtteil etc. gesichert.
Erfolge unserer bisherigen JeKits-Arbeit:

  • Der JeKits-Tag 2018 findet auf Initiative der Offenen Jazz Haus Schule in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Tanz und der Rheinischen Musikschule am 8.3.2018 in Köln statt.
  • „Fünf Dozenten der Jazzhausschule wurden von der JeKits-Akademie als Referenten landesweit ausgeschriebener Weiterbildungsangebote verpflichtet.
  • Die Offene Jazz Haus Schule führte im JeKits-Jahrgang 2015/17 in ihren JeKits-Kooperations-Schulen schulinterne Weiterbildungsmaßnahmen unter Teilnahme jeweils aller Lehrkräfte der Schulen durch.
  • „Im Anschluss an den ersten kompletten JeKits-Jahrgang konnten im Schuljahr 2017/18 an einigen Schulen elternfinanzierte Folgeangebote eingerichtet werden.

Weitere Informationen finden Sie unter www.jekits.de

Soziokulturelle Stadtteilentwicklung

Die offene kulturelle Jugendbildungsarbeit in Kooperation mit Jugendeinrichtungen, Bürgerzentren, Kultureinrichtungen und anderen ­Organisationen ist seit Anfang der 1990er Jahre ein zentrales Arbeitsfeld des Projektbereichs der Offenen Jazz Haus Schule.
Die Vernetzung z.B. im Stadtteil und/ oder jugendkulturellen Strukturen, inklusive Arbeitsweisen, Nachhaltigkeit, kreative, selbstgesteuerte künstlerische Arbeit, die Stärkung der kulturellen Identität sowie der Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden sind vorrangige Ziele der Projektarbeit.
Dazu werden kulturpädagogische Workshops und Projekte mit jährlich wechselnden Schwerpunkten durchgeführt. Idealerweise gelingt es dabei, über Jahre mit einer Vielzahl von Akteuren aus dem Stadtteil langfristig zusammenzuarbeiten.

Barrierefreies Stadtteilorchester Buchheim

Ein aktuelles Projektbeispiel in diesem Arbeitsfeld ist das seit 2008 kontinuierlich geführte und entwickelte Stadtteilprojekt »Sounds of Buchheim (SOB)«:
Unter diesem Dach entstand 2013 das inklusive und barrierefreie Stadtteilorchester, in dem jeweils 25 – 40 Orchestermitglieder zwischen 6 und 70 Jahren unmittelbar und miteinander selbst entdeckte und kreierte Klänge, Melodien und Rhythmen zu ganzen Songs zusammenfügen. In Zusammenarbeit mit der Kölner Hochschule für Musik und Tanz wurden ­didaktische Ansätze entwickelt und erprobt, die es ermöglichen, mit heterogenen Großgruppen zu arbeiten und dabei sowohl musikpädagogische als auch soziokulturelle Ziele zu verfolgen.Seit 2016 werden in Kooperation mit der Rheinflanke und dem Jugendhaus Treffer ­gezielt Flüchtlinge ins SOB-Orchester und in weitere Projekte und Workshops eingeladen und eingebunden. Diese Arbeit ist für uns eine Herausforderung, unsere Konzepte und Methoden weiter zu entwickeln.
Das SOB-Orchester tritt in unterschiedlichsten Kontexten stadtweit auf, bisher u.a. im Kölner Rathaus, FH Campus Südstadt, Festival Birlikte, Millowitsch Theater, Kardinal Frings Haus.

Family Sounds of Buchheim

Im April 2015 ist unser Projekt »Family Sounds of Buchheim« in Kooperation mit dem Familienladen Buchheim, der KiTa Malteserstraße und der Katholischen Pfarrgemeinde St. Clemens und Mauritius angelaufen.
Das von der Rhein-Energie-Stiftung ­Familie für zwei Jahre geförderte Projekt gibt Familien im Stadtteil Köln-Buchheim die Möglichkeit eines barrierefreien Zugangs zu gemeinsamem Musikmachen nach den Ansätzen der inklusiven Didaktik, wie sie im Rahmen von Sounds of Buchheim entwickelt wurden. Besonders an diesen Ansätzen ist, dass Musik aus einer künstlerischen Perspektive heraus ernst genommen wird und alle Beteiligten – seien das Kleinkinder, Eltern oder Großeltern – sich ästhetisch bedeutungsvoll einbringen können.
Dies geschieht bei den wöchentlichen »Orchesterproben«, bei denen Kinder von zwei bis sechs Jahren mit ihren Bezugspersonen gemeinsam improvisieren, Lieder spielen, Krach machen, Tanzen und alle möglichen Instrumente ausprobieren, die man in der Altersgruppe nicht erwarten würde.
Ebenfalls wöchentlich wird in der KiTa Malteserstraße auf diese »wilde« Art und Weise Musik gemacht, die erstaunliche und intensive Momente ermöglicht. Mittlerweile kann man sogar davon sprechen, dass die KiTa zu einer Kultur- bzw. MusikKiTa geworden ist: Schon zum wiederholten Mal widmet sich das gesamte Team an einem »Lerntag« dem Projekt, eine ErzieherInnen-Band hat sich formiert und konzertiert, und das Projekt hat schon alle Räumlichkeiten der KiTa »bespielt«. Als besondere Aktionen werden Workshops wie beispielsweise der spielerische Bau elektronischer Instrumente oder eine musikalische Wochenendfahrt mit dem Familienorchester veranstaltet.

Bei all dem wird die musikpädagogische Kompetenz der beteiligten DozentInnen der Offenen Jazz Haus Schule durch KollegInnen des Studiengangs Pädagogik der Kindheit und Familie an der
TH Köln flankiert. Die aus dem Projekt heraus entwickelten musikpädagogischen und didaktischen Ansätze werden in der Fachöffentlichkeit publiziert (Üben&Musizieren 5/2016) und wissenschaftlich im Rahmen von Abschluss-arbeiten analysiert und reflektiert.

Internationale, kulturelle Jugendbegegnung

Die Offene Jazz Haus Schule bietet ambitionierten Teilnehmern und Ensembles seit einigen Jahren die Möglichkeit, an internationalen Projekten teilzunehmen. Diese bieten den Teilnehmenden die einzigartige Möglichkeit, das Musikverständnis anderer Kulturen in direktem Kontakt mit seinen Protagonisten kennenzulernen und im Abgleich dazu den eigenen Begriff von Musik und Musizieren zu schärfen. Das Erfahrungsspektrum bei den Projekten reicht von der persönlichen Begegnung mit jungen Musikern anderer Länder bis hin zum gemeinsamen Konzerterlebnis auf einer großen Bühne.
Aktuell findet 2016 und 2017 eine deutsch-russisch-französische Begegnung junger Musiker in und aus Köln, Rennes und Wolgograd statt. Hier werden erstmals vorrangig Teilnehmende aus soziokulturellen Projekten angesprochen und niedrigschwellige Arbeitsweisen, die in zahlreichen Projekten der OJHS für die Arbeit in heterogenen und großen Gruppen entwickelt wurden, angewendet und den Partnerschulen aus Frankreich und Russland vorgestellt.
Unsere Internationalen Projekte werden künstlerisch, pädagogisch und organisatorisch professionell betreut, so dass sich die jungen Musiker und Sänger auf diemusikalische und persönliche Begegnung konzentrieren können

 

Ausführliche Informationen zu den Projekten der Jazzhausschule in den Bereichen Grundschule, Sekundarstufe I /II und Ausserschulisch finden Sie links im Menü.

Wir freuen uns über Anfragen und Kooperationsangebote unter
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Tel: (0221) 13 05 65-21