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Im Rahmen der Feierstunde anlässlich der Unterzeichnung des neuen Erbbaurechtsvertrags und dem Beginn der Renovierungsarbeiten am Westturm überbrachte Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Olinger in Vertretung von Oberbürgermeister Torsten Burmester Glückwünsche und Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt Köln. Sie betonte in ihrer Rede die hohe Bedeutung der Offenen Jazz Haus Schule für Köln und freute sich, dass die Stadt der Jazzhausschule durch den neuen Vertrag eine langfristige Perspektive bietet. Ihre Rede im Wortlaut: 

"Liebe Gäste, es ist mir eine große Freude, heute hier zu sein und Sie im Namen unseres Oberbürgermeisters Torsten Burmester herzlich zu begrüßen. Wir stehen heute an einem Ort, der für Köln eine ganz besondere Bedeutung hat. Die Eigelsteintorburg ist mehr als nur ein historisches Bauwerk. Sie ist ein Ort, an dem Geschichte lebendig bleibt, ein Ort, an dem Musik wächst, Ideen entstehen und junge Menschen ihre ersten Schritte in der Kunst machen. Seit Jahrzehnten bietet sie der freien Kulturszene Raum, um offen, kreativ und mutig zu sein – ein Ort, der geprägt ist von Leidenschaft, Experimentierfreude und dem Mut, Neues auszuprobieren.

Heute feiern wir jedoch nicht nur ein historisches Gebäude, sondern einen entscheidenden Schritt in die Zukunft. Mit dem neuen Erbbaurechtsvertrag für die Offene Jazz Haus Schule sichern wir die langfristige Perspektive dieses Hauses. 80 Jahre Laufzeit, mit der Möglichkeit, zweimal um jeweils zehn Jahre zu verlängern – das ist ein starkes Signal: ein Signal für Sicherheit, für Vertrauen und für die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen.

Besonders wichtig war uns als Stadt, dass gemeinnützige Einrichtungen wie die Offene Jazz Haus Schule nicht denselben finanziellen Belastungen ausgesetzt sind wie kommerzielle Nutzer. Der Erbbauzins von nur 0,75 Prozent, den der Stadtrat Mitte dieses Jahres beschlossen hat, ist dafür ein klares Zeichen. Und noch bedeutsamer: Dieser Erbbauzins kann mit Investitionen in die Eigelsteintorburg verrechnet werden. Gerade mit Blick auf die dringend notwendige Restaurierung des Westturms ist das nicht nur hilfreich – es ist entscheidend.

Dass diese Sanierung nun beginnt, erfüllt mich mit großer Freude. Rund 700.000 Euro fließen in die Erneuerung der Fugen, den Austausch beschädigter Steine und die Instandsetzung des Daches. Möglich wird dies durch die Unterstützung des Landes NRW, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, durch die Stadt Köln und durch erhebliche Eigenmittel der Jazzhausschule selbst. Besonders beeindruckend ist, dass während der gesamten Bauphase der Betrieb weiterläuft: Musikschularbeit, Akademieprogramme, Konzerte und Veranstaltungen.

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Das zeigt, was diesen Ort ausmacht: Er bleibt lebendig, offen und für all diejenigen da, die ihn mit Leben füllen.

Die Offene Jazz Haus Schule ist für Köln weit mehr als ein Verein. Sie ist ein kultureller Ankerpunkt, ein Ort, an dem Improvisation Vertrauen schafft, ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche ihre erste musikalische Heimat finden, ein Ort, an dem rund 230 Dozierende junge Talente begleiten – mit Leidenschaft, Können und einem tiefen Verständnis dafür, wie Musik Menschen stärkt und verbindet.

Für den Eigelstein und die Nordstadt ist die Jazzhausschule ein Zentrum, das weit in das Quartier hineinwirkt: offen, inklusiv, experimentierfreudig. Köln lebt von solchen Orten. Von Häusern, die nicht abschrecken, sondern einladen. Von Menschen, die Kultur nicht nur verwalten, sondern mit Herz und Engagement gestalten.

Ich möchte heute allen danken, die diesen langen Weg möglich gemacht haben: dem Team der Offenen Jazz Haus Schule, den Förderern, den Partnern im Denkmalschutz, den politischen Gremien – und all denjenigen, die geduldig verhandelt, vorbereitet und ermöglicht haben, dass wir heute hier feiern können. Und ich danke den jungen Musikerinnen und Musikern, die uns immer wieder zeigen, warum dieser Ort so wichtig ist und wie sehr sich die Arbeit lohnt.

Die Eigelsteintorburg ist eines der bedeutendsten Denkmäler unserer Stadt. Dass sie als Raum für Kunst, Lernen und gemeinsames Miteinander erhalten bleibt, ist ein Geschenk – und zugleich eine Verantwortung. Mit dem neuen Erbbaurecht und dem Beginn der Sanierung haben wir dafür einen wichtigen Schritt getan.

Ich gratuliere Ihnen sehr herzlich zu diesem Tag und freue mich auf viele weitere Jahrzehnte, in denen die Offene Jazz Haus Schule Köln bereichert, inspiriert und Menschen zusammenbringt. Vielen Dank."

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