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Musikschmiede

Musikschmiede

Das Projekt "Musikschmiede" fand vom 3.-7.8.2020 im Fort IIIb in Köln-Ossendorf statt. Es wurde von der Jazzhausschule mit der Unterstützung der LAG Musik NRW und der LKJ NRW veranstaltet.

An dem Projekt nahmen insgesamt 14 Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren u.a. aus dem Wohnheim Schlagbaumsweg und einer Wohngruppe für unbegleitete geflüchtete Kinder in Köln-Mülheim teil.

Die Corona bedingten Einschränkungen (Schließung von Jugendeinrichtungen, Durchführungsverbot von Gruppenangeboten u.ä.) erschwerten die Projektplanung sehr. Ein ursprünglich vorgesehener Kooperationspartner musste leider absagen, stattdessen konnte kurzfristig die Wiku - Willkommenskultur Köln als Kooperationspartner gewonnen werden. Die Wiku engagiert sich für Menschen mit Fluchterfahrung in Köln. So entstand auch der Kontakt zu Kemo Bjramovic und Esther Torsy, die beide selbst vor Jahren aus ihrer Heimat flüchten mussten und das Projekt unterstützt haben, u.a. durch Begleitung der Kinder bei Hin- und Rückfahrt (mit Bahn/Auto) und Versorgung mit Essen in der Mittagspause. Da das Projekt hauptsächlich im Freien stattfand, konnten die Corona-Vorgaben gut eingehalten werden und behinderten den Ablauf des Projekts nicht. Für den Aufenthalt in der Schmiede-Werkstatt gab es etwas strengere Vorgaben, die die Kinder aber gut umgesetzt haben.

Am ersten Projekttag ging es vor allem darum, dass die Dozenten und Teilnehmenden sich kennenlernen, gemeinsame Ziele im Projekt besprechen und vereinbaren konnten, wie diese erreicht werden können. Sie stellten verschiedene Percussion- und Band-Instrumente (Cajons, Djembes, Congas, Handtrommeln, Kleinpercussion, Schlagzeug, A- und E-Gitarren, E-Bass, Keyboards und eine Gesangsanlage) vor und leiteten Musikspiele an, die die Entstehung eines Gruppengefühls förderten. Im Laufe des ersten Tages kristallisierte sich heraus, dass die meisten Kinder gerne ein kleines Instrument schmieden wollten, dass sie am Ende des Workshops mit nach Hause nehmen konnten statt einer großen Klangskulptur. Manche wollten auch gerne Cajons bauen. Besonders spannend fanden die Kinder aber auch das Ziel, einen „eigenen“ Song zu erarbeiten.

Instrumentenbau: Nachdem die Teilnehmenden in Arbeitssicherheit beim Arbeiten mit Feuer und glühendem Eisen unterwiesen worden waren, haben sie unter Aufsicht des Dozenten Andreas Müller Klangfische und Klanggeister aus Eisen gefertigt. Zur Tonsteigerung und für den Korrosionsschutz mussten diese anschließend noch in Öl gebrannt und poliert werden. Manche Kinder bauten währenddessen die Cajons, die sie später im Freien mit Spraydosen besprühen konnten.

Musik-Einheiten: Im Musikunterricht lag zunächst der Schwerpunkt auf dem Kennenlernen der Band-Instrumente und deren fachmäßiger Handhabung (Stickhaltung, Zupf- und Grifftechnik usw.). Mit einem harmonisch und sprachlich einfachen, aber trotzdem ansprechenden (kubanischen) Lied sammelten die Kinder erste Erfahrungen im Zusammenspiel, Aufeinander hören, Abläufe merken und auf dem Instrument umsetzen. So konnten sie ihre erlernten Spieltechniken direkt am Instrument ausprobieren. Die Kinder probierten jedes Wunsch-Instrument unter Anleitung der Dozenten aus und konnten so das jeweils für sich passende Instrument finden und im Laufe der Woche dabei bleiben (oder auch wechseln).

Abschlusspräsentation:
Am letzten Tag (7.8.) fand eine Präsentation für die Familienangehörigen der Kinder, die Kooperationspartner und interessierte Freunde statt. Es wurden zwei Arrangements aufgeführt – ein Stück mit Percussion und Gesang sowie ein Stück mit Percussion- und Harmonieinstrumenten und Gesang. Die Gesänge fanden in verschiedenen Sprachen statt, Deutsch und Yoruba (Nigeria, Kuba), begleitet von beiden Dozenten.

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